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INFOBRIEF TOURISMUS
11/2011

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> WIRTSCHAFT

1. Ein Safe für Räder

Radfahrer finden seit kurzem ein komfortables Angebot am großen Parkplatz P14 am Scherrichmühlweg. Unter demselben Dach wie die neuen Toilettenanlagen steht die Rad-Box. Die runde, bei Nacht hell erleuchtete Konstruktion ist in dieser Form bislang weltweit einmalig. 20 Fahrräder finden in der kreisförmigen, wie ein Kuchen angelegten Box Platz und können dort sicher verschlossen werden. Jeder Abstellplatz ist so breit, dass Satteltaschen auf den Rädern bleiben und  mit verwahrt werden können. Derzeit läuft der Probebetrieb und das Parken kostet nichts. Dennoch braucht man jetzt schon die EC-Karte, wenn man seinen Drahtesel unterbringen will. Ab Januar wird ein Euro für 24 Stunden erhoben.

So geht‘s:
Wie die Rad-Box funktioniert, wird ganz einfach neben der Tür beschrieben. Man nehme seine EC-Karte und führe sie den Angaben entsprechend in den Automaten ein. Nach wenigen Bedienschritten öffnet sich die Tür und das Rad kann auf das jeweils freie „Kuchenstück“ geschoben werden. Wiederum an der Bediensäule wird durch Druck auf die Touchscreen die Tür geschlossen und das Fahrrad somit verstaut.

Wichtig:
Auf alle Fälle sollte nicht nur die EC-Karte samt Quittung  mitgenommen werden. Ein weiterer Zettel wird ausgedruckt, der eine sechsstellige Nummer angibt. Sie dient als  Safe-Schlüssel. Wenn man sein Fahrzeug wieder holen möchte, gibt man die Nummer ein. Dann setzt sich der „Kuchen“  so lange  in Bewegung, bis das Rad am Eingang steht und die Tür sich öffnet.

Hilfe:
Und was, wenn man den Zettel doch verloren und sich die Nummer nicht gemerkt hat? Dann hilft nur eins: ein Anruf bei der Firma Hartinger unter 07522/4349. Sie kommt und schließt auf, allerdings  gegen eine extra Gebühr.

2. Gastronomievorstellung: Blaue Traube in der Altstadt, Hotel & Restaurant

Wohin essen gehen in Wangen? Wir stellen Wangener Restaurants vor. Heute: Die Blaue Traube in der Zunfthausgasse.
Bodenständig und in Wangen verwurzelt, so ist das Gasthaus „Blaue Traube“ und so sind auch die Wirtsleute Traudl und Franz Kresser - im allerbesten Sinne. Mehr als 150 Jahre ist das Gasthaus gegenüber dem Weberzunfthaus im Besitz der Familie und eine Institution in Wangen. Wo heute stilvolle Gastlichkeit gepflegt wird, betrieben die Vorfahren von Franz Kresser im 19. Jahrhundert eine Brauerei. Die Gaststätte lag damals noch im ersten Stock des Hauses. Das änderte sich erst, als vor rund 100 Jahren das Brauen aufgegeben wurde.

Die Wirtschaft überstand Kriege und Inflation. Doch im bitterkalten Winter 1945/46 brannte das Haus ab. Ein Ofen hatte die Katastrophe ausgelöst. Der Wirt und Großvater von Franz Kresser, Xaver Kresser, fand eine Ruine vor, als er zwei Jahre später aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte. Er baute die Gaststätte wieder auf, die später von seinem Sohn Franz, weiterbetrieben wurde.

Generationswechsel: Franz Kresser, senior, übergab 1995 das Haus an den heutigen Chef, seinen Sohn Franz. Er hatte in Ofterschwang auf der „Sonnenalp“ gelernt, um anschließend auf Sylt, in Zürich und auch in einem halben  Jahr Australien in die Töpfe guter Küchen zu schauen und weiter dazuzulernen. „Als wir das Haus übernahmen, haben wir das erste Mal investiert und umgebaut“, erzählen Franz und Traudl Kresser, „und 2010 das zweite Mal, als auch die zehn Nichtraucherzimmer komplett modernisiert und neu eingerichtet wurden.“ 75 Gäste finden im Lokal samt Nebenzimmer Platz. Im Sommer kommen weitere 30 bis 35 Plätze in der Gassenlaube oder am Brunnen hinzu.

Regionale Produkte: In der Küche verarbeitet der Chef des Hauses am liebsten qualitativ hochwertige Produkte aus der Region. Auch Bier, Wasser und Säfte im Ausschank kommen aus dem Allgäu. „Wir verwenden so viele heimische Zutaten, wie möglich“, sagt Franz Kresser. Wobei Reh zu den Spezialitäten gehört, die es inzwischen rund ums Jahr gibt: „Die Jäger versorgen uns gut.“ Doch auch die anderen Seiten der schwäbischen Küche werden gewürdigt mit Maultaschen, Kässpätzle, Linsen ­- ausnahmsweise auch in Sahnesoße - oder immer wieder leckeren Desserts, wie zum Beispiel Apfelspätzle mit Zimt und Haselnüssen. 

Neue Wege: Manchmal jedoch geht Franz Kresser ganz andere Wege. Sei es südafrikanischer Springbock zur Fußball-Weltmeisterschaft oder das Amphytrion-Abendessen zu Festspielzeiten – Themen gibt es immer wieder, zu denen sich der Küchenchef neue Kreationen einfallen lässt. Ehrensache, dass sich die „Blaue Traube“ auch an der vom Gästeamt organisierten „kulinarischen Stadtführung“ beteiligt. Das Echo, das von den vielen Stammgästen kommt, bestärkt Franz und Traudl Kresser: „Von unseren Gäste hören wir oft, dass sie den persönlichen Umgang in unserem Haus sehr schätzen sowie das gute Preis-Leistungsverhältnis.“ 

Ausbildung:
Großen Wert legen die Kressers auf die Ausbildung junger Menschen. Jedes Jahr lernen zwei Auszubildende in Küche und Service. Eine Arbeit, die sich deshalb für die Wirtsleute besonders lohnt, weil ihnen der Kontakt zu den jungen Menschen viel Freude macht.

3. Weihnachtstipp: Eine kulinarische Stadtführung schenken

Die kulinarische Stadtführung  ist ein Renner nicht nur bei den Gästen. Auch die Einheimischen setzen sich gern an die Tische der Wangener Gastronomen, lassen sich regionale und saisonale Speisen munden und hören dabei den kundigen Erzählungen ihres Gästebegleiters zu. Dabei gibt es viele Entdeckungen zu machen,­­ kulinarisch ebenso wie auf dem Weg von der Vorspeise bis zum Dessert durch die historische Altstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten.

Im Gästeamt sind jetzt auch schön aufgemachte Geschenkgutscheine für die kulinarischen Stadtführungen zu haben. Die Führung kostet mit Menü und Getränken 45 Euro pro Person.

Kontakt:
Gästeamt Wangen, Bindstr. 10, 88239 Wangen im Allgäu; Telefon 07522/74-211; tourist@wangen.de

4. Infobroschüre zur Wangener Weihnacht 2011

Wie im Vorjahr fasst eine Infobroschüre die vielen Veranstaltungen zusammen, die in Wangen auf Weihnachten einstimmen sollen.

Erster Veranstaltungstermin ist der Wangener Weihnachtsmarkt, der am kommenden Samstag, 26. November 2011, in der festlich geschmückten Altstadt öffnet. Selbstgemachtes und kunsthandwerkliche Kreationen bestimmen das Angebot. Ein von der Leistungsgemeinschaft Handel und Gewerbe gemeinsam mit der Stadt organisiertes Rahmenprogramm sorgt für beste Unterhaltung.

Die Weihnachtsmärkte sind an allen Samstagen in der Vorweihnachtszeit jeweils von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die Infobroschüre liegt in den Geschäften der Leistungsgemeinschaft aus und steht hier zum herunterladen bereit.

5. Radsportler Michael Schweizer schreibt als Zivi Geschichte

Der Crossradsportler Michael Schweizer hat mit seinen 20 Jahren einen sicheren Platz im Geschichtsbuch der Stadt Wangen. Nicht wegen seines vor kurzem erreichten 14. Rangs bei der U23-Europameisterschaft im Crossfahren. Er ist  der letzte Zivi ist, den die Stadt einstellen konnte. Die beim Gästeamt angegliederte Sportförderstelle läuft im Dezember aus.

Füße sprühen:
In diesen Tagen kann man Michael Schweizer morgens draußen auf der Halbmarathonstrecke antreffen. Er zieht eine kleine Sackkarre hinter sich her, auf der große Schablonen für Füße liegen. In der Hand trägt er einen Wangen-Stoffbeutel mit Sprühdosen, deren Inhalt so rot ist wie der Beutel selber.  Sobald ein roter Fuß in Reichweite kommt, fegt er ihn frei vom Straßenstaub, legt die Schablonen an, eine für links, eine für rechts, und sprüht. Zwei Mal im Jahr – im November und im April ­- brauchen die Füße so  eine Auffrischung, sonst sind sie für die Läufer  nicht mehr zu sehen. Auch sonst gibt es jede Menge Aufgaben, bei denen der 20-Jährige zupackt. „An den Gästeführungen im Sommer war er maßgeblich beteiligt, angefangen vom Brote schmieren fürs Vesper“, erzählt seine Chefin, die Leiterin des Gästeamts Belinda Unger und lobt die Motivation und die zupackende Art des jungen Sportlers.

Ideale Verbindung: Für Michael Schweizer ist die Zivi-Stelle die ideale Möglichkeit,  Arbeit und Sport miteinander zu verbinden. Er wollte diese Chance so sehr nutzen, dass er sogar drei Tage nach der mündlichen Abi-Prüfung Mitte Juni gleich eingestiegen ist. Der Grund: „Der neue Freiwilligendienst bietet keine Sportförderung in dieser Art.“ 25 Stunden muss er wöchentlich arbeiten, die übrige Zeit wird er fürs Training freigestellt. Das bedeutet: Von 8 bis 13 Uhr ist Dienst für die Stadt, dann geht es heim zum Essen und anschließend rauf aufs Rad. „Je nach Trainingsprogramm bin ich zwei bis vier Stunden unterwegs“, erzählt der Sportler zwischen Fegen und Sprühen auf der Höhe zwischen Wolfaz und Deuchelried. Seine Trainingstouren führen ihn kreuz und quer durchs Allgäu und in den Bregenzer Wald. Eine Landkarte braucht er nicht. Im Sommer treibt es ihn oft Richtung Bodensee. „Aber jetzt im Winter ist es dort oft neblig, da geht es dann auch gern Richtung Leutkirch oder Bad Wurzach oder auch nach Oberstaufen“, sagt Michael Schweizer. Inzwischen sind die Tage so kurz, dass er den Heimweg mit Licht bestreiten muss.

Wochenenden zugeplant:
Offenkundig trainiert er gut, denn erst kürzlich fuhr er auf Platz 14 der U23-Europameisterschaften. Und die Saison ist noch lang. Bis Ende Februar wird er im Trikot des Stevens Racing Teams im Radsattel sitzen und fast jedes Wochenende einen Wettkampf bestreiten. Die Austragungsorte liegen in Tschechien, in der Schweiz, in Italien, Frankreich, Holland und Belgien. Gerade dort sei es ein besonderes Erlebnis zu fahren: „Da stehen oft 30.000 oder 40.000 Zuschauer an dem zweieinhalb oder drei Kilometer langen Kurs und feuern alle an. Die eigenen Leute natürlich am meisten, aber uns auch.“  Oft kann Michael Schweizer gemeinsam mit seiner Schwester Sabrina fahren, wie im italienischen Lucca bei der U23-EM, wo die junge Fahrerin Zehnte wurde. Häufig sind auch die Eltern mit dabei.

Knöcheltief im Morast:
Radcross ist nichts für Warmduscher. „Zehn Prozent der Strecke sind normalerweise Straße, der Rest führt durch Gelände, so wie hier oben.“ Und so mancher Kurs sorgt für besondere Überraschungen. „In Belgien beispielsweise sind die Wiesen oftmals überschwemmt. Da läuft man dann köcheltief durch den Morast mit dem Rad über der Schulter“, erzählt der Sportler und schmunzelt wohlwissend, dass da nicht nur Regengüsse Ursache sind, sondern dass die Veranstalter oft genug ein bisschen nachhelfen.  Und weil auf solchen Pisten die Räder natürlich besonders schnell verschlammen, wiegen die eigentlich acht Kilogramm schweren Sportgeräte dann locker 13 Kilo oder mehr.

Wangen bleibt Mittelpunkt:
Eins ist aber sicher: Michael Schweizer wird in der Region bleiben und seine Trainingsbasis weiter im heimischen Wangen behalten, wo bei der Radunion alles begann. Daran wird sich auch nichts ändern,  wenn er ein Studium beginnt. Wirtschaftsingenieur wäre ein Feld, das ihn interessieren könnte. Er weiß, was der Rückhalt der Familie für ihn auch sportlich bedeutet:  „Ich kann mir im Moment nicht vorstellen auszuziehen. Denn neben einem Studium und dem Training auch noch einzukaufen, und mich um eine Wohnung zu kümmern…“  Da kommt wieder ein Fuß in Sicht. Am Ende der Woche wird die gesamte Strecke erneuert sein.

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Gästeamt - Tourist Information
Tel. +49 (0) 7522 74-211
Bindstraße 10
D-88239 Wangen i. Allgäu
E-Mail: tourist@wangen.de

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