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INFOBRIEF WIRTSCHAFT
01/02 - 2013

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> TOURISMUS



1. Wangener Ostereiermarkt lockt Künstler, Sammler und Liebhaber

Beim 32. Ostereiermarkt in Wangen im Allgäu werden 50 hochkarätige Aussteller ihr kreatives und handwerkliches Spitzenkönnen zeigen. Unterschiedlichste Techniken und Ideen setzen die Künstler in ihrer filigranen Arbeit um. Vernissage ist am Donnerstag, 28. Februar. Die Ausstellung im Rathaus ist am Freitag und Samstag, 1. und 2. März, geöffnet.  Zum Rahmenprogramm gehören Angebote für Kinder in der Stadtbücherei sowie Brunnenführungen.

Top-Adresse unter den Ostereiermärkten
Der Wangener Ostereiermarkt gehört zu den wenigen Top-Adressen auf diesem Gebiet in Europa und das seit vielen Jahren.  Dies ist ein Grund, weshalb er gerne auch von Sammlern hochwertiger österlicher Schmuckstücke besucht wird, wie Julieta Strobel sagt. Sie organisiert seit 17 Jahren die Ausstellung im Auftrag der Leistungsgemeinschaft Handel und Gewerbe in Wangen im Allgäu.

Bekannte und neue Künstler
Die Ostereiermarkt-Besucher werden „alte Bekannte“ treffen, aber auch in diesem Jahr wieder neue Künstler kennenlernen. Da ist zum Beispiel die mit vielen Preisen ausgezeichnete Lucia Condrea aus Rumänien. Sie bearbeitet Eier im Stile der rumänischen Volkskunst. Vor sechs Jahren traf Julieta Strobel die Künstlerin in der Schweiz und in Paris bei einschlägigen Ausstellungen und versuchte seither die Rumänin für Wangen zu gewinnen. In diesem Jahr hat sie erstmals zugesagt.

Ausgezeichnet mit dem Goldenen Ei von Paris
Mit dem Oskar der Ostereierkünstler, dem „Goldenen Ei“ aus Paris, ist die Ungarin Gabriela Szutor ausgezeichnet. Sie fällt durch immer wieder neue innovative Ideen bei der Bearbeitung des zarten Naturmaterials auf.

Zu den noch jungen Nachwuchskräften zählt Hegyi Krisztina  aus Ungarn. Sie war bereits im vergangenen Jahr in Wangen und zeigt ihre 3-D-Porzellan-Technik.

Die Geschichte rollt sich aus dem Ei
Sehr originell ist die Art, wie Norma Grace Reimann aus Ossingen in der Schweiz Eier Geschichten erzählen lässt. Ein Band wird aus einem Ei ausgerollt, auf dem sich eine Erzählung ausbreitet. Mit Gerlinde Ostertag gehört dieses Jahr auch eine Wangenerin zu den Spitzenkünstlern, die ihre Kostbarkeiten gerne im historischen Rathaus zeigen.  Sie arbeitet mit Klöppeltechnik. Viele gute Gründe also vorbeizuschauen und sich unter die zahlreichen Besucher zu mischen.

Die meisten Geschäfte am Samstag bis 16 Uhr geöffnet
Wer anschließend gerne durch die meist bis 16 Uhr geöffneten  Geschäfte bummelt, findet viele attraktive Angebote. In den Gassen schmücken Girlanden und bunte Eier die sehenswerten Brunnen, Wangener Schulklassen sorgen mit ihren Lehrern für die bunte Verzierung.

Öffnungszeiten: Freitag, 1. März, 9 bis 19 Uhr. Samstag, 2. März, 9 bis 17 Uhr.

Eintritt: Erwachsene bezahlen einen Euro, Kinder und Jugendliche sind frei. Die Leistungsgemeinschaft Handel und Gewerbe schenkt jedem erwachsenen Besucher 50 Wangen-Punkte.

Kinderprogramm: Aktion „Kinder bemalen Ostereier“ in der Stadtbücherei, Freitag, 1. März, 14 bis 18 Uhr.  Kinder ab 5 Jahren dürfen sich um 15 Uhr  in der Stadtbücherei zu einer Vorlesestunde einfinden. Am Samstag, 2. März,  malen die Kinder in der Stadtbücherei von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr Ostereier an. Die Vorlesestunde ist um 10.30 Uhr.

Brunnenführungen: Freitag und Samstag, 1. Und 2. März, jeweils um 11 Uhr und um 14 Uhr.


2. Wangen im Allgäu will Fairtrade-Stadt werden - Steuerungsgruppe formiert sich

Wangen im Allgäu ist auf dem besten Weg, eine so genannte „Fairtrade-Stadt“ zu werden. Fair Trade bezeichnet eine Bewegung, die es sich zum Ziel gemacht hat, ein Zeichen für eine gerechtere Welt zu setzen.

Wer fair gehandelte  Produkte kauft, trägt dazu bei, dass die Bauern und Hersteller auch fair bezahlt werden können. Seit mehr als 20 Jahren setzt sich der Verein Transfair für den fairen Handel zwischen Entwicklungsländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und den reichen Industriestaaten ein. Daraus ist eine Bewegung entstanden. Sie hat ihren Anstoß in Großbritannien erhalten. Inzwischen gehören große Metropolen auf der ganzen Welt zu den Fair Trade Towns.

Metropolen an Bord
Wer sich also an der Kampagne beteiligt, weiß sich in bester Gesellschaft mit großen Städten wie London, Wien, Rom oder San Francisco. Inzwischen haben aber auch kleinere Städte und Gemeinden das Thema für sich entdeckt. Mitte Februar 2013 meldete die Organisation 130 Städte und Gemeinden, die diesen Weg eingeschlagen haben. Eine Liste kann über die Homepage der Organisation abgerufen werden unter www.fairtrade-towns.de

Initiative geht von KFW aus
Die Initiative in Wangen ging von der El-Sol-Klasse der Kaufmännischen Schulen Wangen (KFW) aus. Isabel Scheuerl und Ramona Sutter überzeugten schließlich mit ihrem Vortrag den Gemeinderat, dass Wangen sich an der Kampagne beteiligen sollte.

Exakter Kriterienkatalog
Was muss eine Stadt, was muss Wangen tun, um eine "Fair Trade Town" zu werden? „Dafür gibt es einen genauen Kriterienkatalog“, sagt Christina Brugger, bei der die Fäden in der städtischen Verwaltung  zusammenlaufen.

So sieht der Katalog der Aufgaben für eine Fair Trade Town aus:

  • Der Gemeinderat muss beschließen, dass sich eine Kommune an der Kampagne beteiligen will.
  • Zweitens eine Steuerungsgruppe muss sich bilden. Sie bündelt Aktivitäten und stößt sie an. Vertreter unterschiedlicher Zielgruppen sollen dieser Steuerungsgruppe angehören. Die Städtische Verwaltung gehört auf alle Fälle dazu, der Einzelhandel und die Ein-Welt-Gruppe ebenso. Und darüber hinaus sind es viele weitere Gruppen.
  • In den Einzelhandelsgeschäften werden mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten. Zusätzlich sollen in den Cafés und Restaurants mindestens zwei fair gehandelt Produkte ausgeschenkt werden.
  • Auch in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Vereinen und Kirchen sollen Fair Trade Produkte verwendet werden. Zudem soll dort Weiterbildung in Sachen fairer Handel angeboten werden.
  • Die örtlichen Medien sind aufgerufen, mindestens vier Artikel jährlich zum Thema zu veröffentlichen.
  • Sind alle diese Punkte erreicht, wird der Titel „Fairtrade-Stadt“ auf zwei Jahre vergeben.

Die Arbeit hat begonnen
Erste Schritte auf dem Weg ist Wangen bereits gegangen. Der Gemeinderat hat am 26. März 2012 beschlossen mitzumachen. Die Steuerungsgruppe ist gegründet.  In Wangen sitzen neben der Stadtverwaltung, der Leistungsgemeinschaft Handel und Gewerbe, Vereinen, die katholische und die evangelische Kirche mit am Tisch sowie Vertreter von Schulen, Medien, Gastronomie, der Leiter der Hospitalstiftung, aber auch Attac und verschiedene Privatpersonen. Um einzelne Themen voranzubringen wurden Arbeitsgruppen gebildet. So ist ein Flyer in Arbeit, mit dem die Öffentlichkeit über das Thema informiert werden soll.

Initiativen starten
Die Leistungsgemeinschaft Handel und Gewerbe wird prüfen, wer in der Stadt fair gehandelte Produkte im Sortiment hat. Die Idee ist, auf der Homepage der Leistungsgemeinschaft ein Verzeichnis unterzubringen, das über die Geschäfte und ihr Angebot Auskunft gibt. Die Stadtverwaltung Wangen wird in nächster Zeit nur noch fair gehandelten Kaffee ausschenken und ein zweites Produkt wählen, das für fairen Handel steht.

Fairen Handel gestalten
Wobei die Steuerungsgruppe bei der Fairness im Warenverkehr nicht nur an die Menschen in fernen Ländern denkt. Christina Brugger,  an deren Schreibtisch bei der Stadt Wangen die Fäden zusammenlaufen,  verweist darauf, dass auch die Landwirte in der Region faire Preise für ihre Produkte brauchen.  Deshalb wird überlegt, die Geschenkkörbe, die von den Dorfläden für die Stadt Wangen gemacht werden, auch mit fair gehandelten und noch mehr als bisher mit regionalen Produkten zu bestücken. „Wir wollen mehr aus dem Thema fairer Handel machen, als nur die Kriterien abzuhaken“, sagt Bürgermeister Ulrich Mauch, der die Steuerungsgruppe leitet.

Kulturgemeinde verkauft fair gehandelte Produkte
Weitere Gruppen haben bereits Ideen auf den Tisch gebracht. So hat sich zum Beispiel die Kulturgemeinde Wangen bereit erklärt, beim Marktplatzkino und bei der Eröffnung der Kulturmeile fair gehandelte Produkte anzubieten.

Ansprechpartner
Aus der Steuerungsgruppe hat sich eine Reihe von Personen als Ansprechpartner zur Verfügung gestellt. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann sich an sie wenden:

  • Vereine: Manfred Hasel, MTG-Wangen
  • Kirchen: Josef Fussenegger, katholische Gesamtkirchengemeinde, Antje Stender, evangelische Kirchengemeinde
  • Schulen: Sonja Opfermann, KSW
  • Handel: Angelika Zimmermann, Leistungsgemeinschaft Handel und Gewerbe
  • Wirtschaft: Holger Sonntag, Stadt Wangen, 07522-74-109
  • Medien: Christine Brugger, Stadt Wangen 07522-74-125 und 
    Holger Sonntag, 07522-74-109

3. Ausgezeichnet: Umweltminister überreicht den European Energy Award

Wangen im Allgäu leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und der Senkung des CO2-Ausstoßes. Zeichen dafür ist die Auszeichnung mit dem European Energy Award. Dieses Zertifikat bekommen Kommunen, wenn sie ihre Aufgaben auf dem Energiesektor erfüllt haben. Wangen im Allgäu hat die Zertifizierung ihres Energieverbrauchs bereits zum zweiten Mal hinter sich. Sie erreichte 73 Prozent ihrer Energieziele und verpasste die Auszeichnung mit Gold nur um zwei Prozent.

Der baden-württembergische Umweltminister, Franz Untersteller, hat Anfang Februar in Ravensburg unter mehreren Kommunen aus dem Landkreis Ravensburg auch Wangen im Allgäu mit dem European Energy Award (eea) ausgezeichnet. Er sagte: „Für die Landesregierung sind Städte, Gemeinden und Landkreise unentbehrliche Verbündete bei der Umsetzung unserer ambitionierten energie- und klimaschutzpolitischen Ziele. Hierfür hat sich der European Energy Award inzwischen als äußerst nützliches Instrument etabliert.“ Indem die Kommunen die Treibhausgasemissionen auf ihrem Gebiet reduzierten, Energie effizienter einsetzten und erneuerbare Energien in ihren Liegenschaften nutzten, erfüllten sie eine wichtige Vorbildfunktion. „Ich hoffe, dass noch viel e andere Kommunen diesen guten Beispielen folgen werden“, betonte Franz Untersteller.

Kriterien sind zu erfüllen
Wer den „European Energy Award“ bekommen will, muss eine Reihe von Kriterien erfüllen. Zunächst muss ein energiepolitisches Programm aufgestellt werden, das der Kommune als Handlungsanweisung dient. In Wangen hatte ein Energieteam aus Mitgliedern der Stadtverwaltung, des Gemeinderats interessierten Bürgern, dem beratend die unabhängige Energieagentur Ravensburg zur Seite stand, in folgenden Handlungsfeldern Aufgaben herausgearbeitet:

  1. „Entwicklungsplanung, Raumordnung“,
  2. „Kommunale Gebäude, Anlagen“,
  3. „Versorgung, Entsorgung“,
  4. „Mobilität“,
  5. „Interne Organisation“
  6. „Kommunikation, Kooperation“.

Beim ersten Mal 67 Prozent erreicht
Im November 2009 bekam die Stadt Wangen im Allgäu erstmals den Energy Award. Damals hatte sie eine Quote von 67 Prozent erzielt. Da für den Energy Award nach drei Jahren der Stand der Entwicklung erneut überprüft wird, wurden die Wangener Energie- und Klimaschutzaktivitäten im November 2012 wieder unter die Lupe genommen.

Beim zweiten Mal nur knapp an Gold vorbei
Ergebnis: Mit 73 Prozent der möglichen Punkte wurde die Stadt für weitere drei Jahre mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Folgende Projekte trugen zum Erfolg bei:

  • Ein Leitbild mit qualifizierten und quantifizierten Zielsetzungen, die sich vor allem auf die CO2-Einsparung beziehen.
  • Die Stadt hat ein energiepolitisches Arbeitsprogramm bis zum Jahr 2020 aufgestellt.
  • Die Gründung von Stadtwerken mit dem Betrieb von Wasserkraftwerken und der Nahwärmeversorgung mit Holzhackschnitzeln.
  • Die Hausmeister öffentlicher Gebäude wurden in Sachen Energieeffizienz geschult. Sie wurden sensibilisiert für Fragen des richtigen Heizens und Lüftens. Geschult hat die Energieagentur Ravensburg.
  • Mehr als 40 Prozent des von der Kommune für den Betrieb ihrer Gebäude, der Wasserversorgung, der Straßenbeleuchtung und anderer Einrichtungen benötigten Stroms ist Ökostrom.
  • Die Stadt bezieht Erdgas mit 30-prozentigem Bio-Erdgasanteil. Das Bio-Erdgas kommt von der Aufbereitungs- und. Einspeiseanlage Kißlegg-Rahmhaus der Thüga.
  • Die Stadt stellt Wärme aus Biomasse (Hackschnitzel, Pellets) bereit: Im Jahr 2012 wurden rund 23 Prozent des kommunalen Wärmebedarfs mit Biomasse abgedeckt. Ebenfalls 2012 lag die Quote der kommunalen Gebäude für den Wärmebezug aus regenerativen Quellen, also Bio-Erdgas und Biomasse, bei rund 45 Prozent.
  • Eine Prioritätenliste zur Sanierung kommunaler Gebäude und zur Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen.
  • Die Gründung einer interkommunalen Bürgerenergiegenossenschaft (BEG), die mit aktuell 464 Mitgliedern und einer Eigenkapitalsumme von 635.300 Euro (Stand: Oktober 2012) zu den Größten im Land gehört. Die Gründung wurde nicht wegen des Energy Awards betrieben, sondern ergab sich parallel dazu. Die BEG kooperiert mit dem Stromversorger EnBW.
  • Zwei kommunale Wasserkraftanlagen mit 300 Kilowatt Leistung (Triebwerk T 8 in der Erba) und 50 Kilowatt (geplantes Mindestwasserkraftwerk am Argenwehr). T 8 wird erneuert und das Mindestwasserkraftwerk 2013 gebaut. Dieses kleine Kraftwerk soll am Argenwehr zusammen mit einem Fischpass 800 Liter Wasser pro Sekunde in der Argen belassen und 200.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern. Im Kraftwerk in der Erba (T 8) wird im Herbst 2013 die Turbine ausgetauscht. Eingebaut wird eine hocheffiziente, doppelt geregelte Kaplanturbine, die wiederum mit einem so genannten Permanentmagnet-erregten Generator gekoppelt ist. Geplant ist, die Anlage bis Ende des Jahres in Betrieb zu nehmen. Die langfristige Wirtschaftlichkeit der Anlage ist gesichert durch die Einspeisevergütung. Der Joker obendrauf ist die Tatsache, dass der Strom aus beiden Anlagen in den Liegenschaften der Stadt Wangen im Allgäu selber genutzt werden kann. Das bedeutet, sie muss nicht Energie teuer zukaufen. Zudem wird die 2011 begonnene Sanierung des Triebwerkskanals zwischen dem Argenwehr und dem Kraftwerk T 8 und fortgesetzt. Beim Wehr wird ein Horizontalrechen eingesetzt, der verhindern soll, dass Fische in die Sackgasse schwimmen. Für sie wird am Wehr ein Umgehungsgerinne als Fischpass gebaut, damit sie neben dem geplanten Mindestwasserkaftwerk auf- und absteigen können.
  • Der Entwurf eines LED-Beleuchtungskonzepts für Straßen und Brücken. 2013 – so ist es geplant – wird die Tiefgarage auf LED-Leuchtmittel umgestellt. Das ist sinnvoll, weil die Beleuchtung dort fast rund um die Uhr in Betrieb ist. Es ist daran gedacht, eine permanente Grundhelligkeit herzustellen. Wenn jemand die Tiefgarage betritt, soll die Beleuchtung hochfahren. Der Bund fördert die Umstellung mit 20 Prozent der Kosten. In einzelnen Straßenabschnitten wurde bereits im Rahmen eines Pilotprojekts die Straßenbeleuchtung auf LED-Basis nachgerüstet.
  • Rund 30 Prozent des verbrauchten Stroms im gesamten Gebiet der Großen Kreisstadt stammen rein rechnerisch aus Anlagen, die unter das erneuerbare Energien Gesetz fallen oder mittels Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wurden.
  • Im gesamten Stadtgebiet gibt es eine rund 22-prozentige Wärmeabdeckung aus regenerativen Energiequellen.
  • Die Wasserversorgung ist mit einem Energieaufwand 0,23 Kilowattstunden pro Kubikmeter zum Pumpen des Wassers besonders energieeffizient.
  • Das Abwasser wird mit regenerativer Klärschlammtrocknung energieeffizient gereinigt.
  • Mehrere Gebäude an der Jahnstraße und Liebigstraße beziehen regenerative Nahwärme, erzeugt aus Holzhackschnitzeln im Heizwerk der Stadtwerke hinter dem Allgäustadion.
  • Eine interkommunale Mitarbeiterschulung „Energieeffizienz in der Verwaltung“ wurde organisiert. Ausgeführt wurde sie von der Energieagentur Ravensburg.
  • Dem Energieteam wurden vorbildliche Sitzungen bescheinigt. Die 30-köpfige Gruppe, der Mitglieder der Verwaltung und des Gemeinderats ebenso angehören wie interessierte Bürger, traf sich drei- bis viermal jährlich.
  • In Zusammenarbeit mit dem Wangener Handwerk hat die Stadt eine Heizungspumpen-Austauschaktion organisiert und gefördert. Die Stadt Wangen gibt einen Zuschuss von 30 Euro.
  • Um die Bürger zu motivieren, Wohngebäude zu dämmen und damit den Heizwärmeverbrauch zu reduzieren, hat die Große Kreisstadt eine Thermografie-Aktion zum Aufspüren von Wärmelecks unter bestimmten Voraussetzungen mit 100 Euro unterstützt.

Neuer Anlauf
Die Stadt Wangen im Allgäu will die Bemühungen um den Klimaschutz weiter verstärken und im nächsten Anlauf den European Energy Award in Gold erreichen. Das bedeutet, Aufgaben, die bereits begonnen wurde, werden weitergeführt werden, wie die Thermografie-Aktion. Das Energieteam wird weiter tagen und auch die Energieagentur Ravensburg wird die Stadt Wangen im Allgäu weiter unterstützen. Und neue Aufgaben sollen angegangen werden. Geplant ist ein Klimaschutzkonzept für das gesamte Stadtgebiet.

Für die Soziale Stadt Erba/Auwiesen soll ein Energiekonzept erarbeitet werden mit dem Ziel, diesen Teil der Stadt zu einem „energieautonomen Gebiet“ zu machen. Auch könnte Nahwärme aus dem Heizwerk oder aus der Wärmerückgewinnung aus Abwasser ins Spiel kommen und das jetzige Kesselhaus auf dem Erba-Gelände könnte als Energiezentrale genutzt werden. Die kommunale Wasserkraftnutzung soll ausgebaut werden. Ziel ist es, den städtischen Stromverbrauch zu 100 Prozent aus Wasserkraft zu speisen.

So wurde noch 2012 die Wasserkraftanlage der Neuen Textilveredelung Wangen (T 4) von den Stadtwerken erworben, so dass die Turbine und der Kanal auch dort erneuert werden können. Bis es so weit ist, muss ein neues wasserrechtliches Verfahren für das Wasserkraftwerk auf dem NTW-Gelände durchlaufen werden. Die Signale aus dem Landratsamt Ravensburg, wo die untere Wasserbehörde angesiedelt ist, sind positiv. Technisch notwendig ist der Bau eines neuen Krafthauses, das dann auch mit einer neuen Turbine ausgerüstet wird. Sie wird 1,8 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen und damit eine Erhöhung der Jahresarbeit gegenüber der alten Maschine um 130 Prozent bringen. Der Kanal muss grundlegend saniert werden, und auch das Epplingser Wehr muss erneuert werden. Es wird mit einem Fischpass ergänzt, so dass dort erstmals Fische auf- und absteigen können. Gleichzeitig wird stets eine großzügig bemessene Mindestwassermenge in der Argen belassen. Beides wird erheblich zur ökologischen Qualität des Kraftwerks beitragen.

An der Stelle des ehemaligen Aquädukts, das vom Pfingsthochwasser 1999 zerstört wurde, ist ein Düker vorgesehen – ähnlich wie der bestehende am Kanal bei der Erba. Das wiederum bedeutet eine hohe Sicherheit für die Bewohner des Kohlplatzes. Den alten Generator aus dem Jahr 1918 wollen die Stadtwerke als Industriedenkmal erhalten.

Das Nahwärmenetz soll weiter ausgebaut werden. Derzeit arbeitet die Stadt daran, die Berger-Höhe-Schule an das Nahwärmenetz anzuschließen. Auch die beiden Blockheizkraftwerke in der Schule sollen an das Netz gebracht werden und ihre Wärme ins Netz einspeisen. Ein weiteres Blockheizkraftwerk soll dort 2014 gebaut werden. Da zwischen Heizanlage und Schule auch eine Reihe privater Anlieger sind, bieten die Stadtwerke auch diesen die Möglichkeit eines Anschlusses an das Nahwärmenetz an.

Auch das künftige Pflegeheim der Hospitalstiftung im Ebnet soll ans Nahwärmenetz angeschlossen werden. Ebenso sollen noch 2013 die Umkleiden und Duschen des Allgäustad ions ans Nahwärmenetz gehen. Allein mit dem Anschluss dieser Gebäude wird das Leitungsnetz der Heizanlage in seiner Länge fast verdoppelt. Weitere „Kandidaten“ für einen Anschluss ans Wärmenetz sind die Argensporthalle und die Lothar-Weiß-Halle auf der Argeninsel. Auch das Amtsgericht und der Kindergarten am Gottesacker kämen dafür in Frage. Da die Zeichen auf Ausbau stehen, wird 2015 auch die Heizzentrale erweitert werden. Ein zweiter Biomassekessel soll dort eingebaut werden.

Geh- und Radwege sollen ausgebaut werden. Zwei Verbindungen sind in der Planung: Von Leupolz nach Leupolzbauhof und von Primisweiler nach Hiltensweiler. Um bei der Mobilität eine höhere Energieeffizienz und eine Einsparung an CO2 zu erreichen, gibt es bereits einen Prius Plug-in-Hybrid, der rein elektrisch 20 Kilometer weit fahren und damit bei vielen Wegen im Stadtgebiet bestens eingesetzt werden kann. Der nächste neu zu beschaffende Pkw soll ein reines Elektroauto sein.

Kommunale Neubauten sollen den Passivhausstandard bekommen. Es ist zu erwarten, dass diese Anforderung bundesweit in absehbarer Zeit Vorschrift wird. Die Stadt Wangen im Allgäu wird in diesem Punkt jetzt schon vorangehen.


4. Bekenntnis zum Standort: AKO-Agrartechnik erweitert

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich hat das Unternehmen AKO-Agrartechnik offiziell den Baubeginn für die Betriebserweiterung gefeiert.

„Es freut mich besonders, mit Oberbürgermeister Michael Lang, Bürgermeister Clemens Moll und ZIG-Geschäftsführer Jürgen Gauß die Vertreter beider Kommunen des interkommunalen Gewerbegebietes begrüßen zu können“,  sagte AKO-Geschäftsführer Florian Kerbl. Mit der Betriebserweiterung wird AKO als Kompetenzzentrum für Elektrozaun innerhalb der Kerbl-Gruppe weiter ausgebaut. Weiter bekannte sich Florian Kerbl zu dem Standort in Wangen-Geiselharz und sieht die Entwicklung der gesamten Kerbl-Gruppe sehr positiv.

Stolz auf das stetige Wachstum
Markus Öxle, ebenfalls Geschäftsführer,  ist stolz auf das stetige Wachstum der AKO-Agrartechnik. „Seit wir vor zwölf Jahren von Kißlegg in das interkommunale Gewerbegebiet umgezogen sind, haben wir die Produktion vervierfacht“, so Markus Öxle. Nach seinen Angaben sind die motivierten Mitarbeiter, die schnelle Reaktionszeit und das hohe technische Knowhow die Basis für diesen Erfolg.

„Die Betriebsfläche wird sich um 2.360 Quadratmetern vergrößern“, erläutert Michael Spöcker, Prokurist und Projektverantwortlicher, die Erweiterungspläne. In der Folge sollen die internen Abläufe neu strukturiert werden. In dem Anbau wird sich zukünftig das Lager mit rund 3.300 Stellplätzen befinden, das bis Sommer fertiggestellt sein wird. „In das heutige Lager wird nach dem Umbau die Endmontage für Elektrozaungeräte auf eine Fläche von 1.000 Quadratmeter umziehen. Dadurch bekommen wir Platz für die Erweiterung der Entwicklungsabteilung und der Sozialräume“, erklärte Spöcker. Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich nach seinen Angaben auf rund drei Millionen Euro.


5. Friedrich-Schiedel-Schule präsentiert eindrucksvoll ihr Angebot

Beim 3. Aktionstag unter dem Motto „Deine Zukunft ist kein Zufall“ hat die Friedrich-Schiedel-Schule am 19. Februar eine große Zahl interessierter Schüler und Eltern angezogen.

Die Schule präsentierte sich mit allen Feldern, die sie abdeckt von der beruflichen Schule bis hin zum Technischen Gymnasium. Es gab jede Menge Möglichkeiten zu sehen, was an der Schule fachlich und kreativ geleistet wird. Die angehenden Frisörinnen zauberten tolle Frisuren, in den Werkstätten wurde gearbeitet und an Ständen in den Fluren gab es jede Menge interessanter Vorführungen und Informationen. Eine Vielzahl von Unternehmen aus Wangen und der Region präsentierten sich. Schreiner-, Elektriker- und Kfz-Handwerk waren mit ihren Innungsobermeistern vertrete

Wichtige Werbeplattform
Für die Schule sind diese Aktionstage wichtige Werbeplattformen. Denn, so sagt Schulleiter Peter Greiner: „Wir haben die Sorge, dass die handwerklichen Angebote nach und nach wegbrechen.“ Das hat damit zu tun, dass sich immer weniger junge Leute für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden. Die jährlichen Aktionstage wollen unter anderem Lust auf diesen Weg machen. Aber natürlich geht es auch um die Frage: „Was kann ich im TG lernen und wie bekomme ich dort mein Abitur?“ Beeindruckende Nachweise gab es sowohl bei den Vorträge, aber auch beispielsweise bei der Stelenausstellung zu Religion und Bibel.

Ausbildungsanbahnung möglich
Die ausstellenden Unternehmen wollten die jungen Leute für eine interessante Ausbildung in Wangen gewinnen. Ob hier auch schon Ausbildungsverträge angebahnt wurden? Peter Greiner hat dafür ein Paradebeispiel: „Beim letzten Aktionstag sprach ein junger Mann mit seiner Mutter am Stand von Diehl Controls vor. Im Lauf des Gesprächs wurde dem jungen Mann die Gelegenheit eröffnet, im Unternehmen ein Praktikum zu machen. Gesagt, getan. Am Ende des Praktikums stand der Ausbildungsvertrag.“

Das ganze Haus wuselte vor Menschen, aber es zog sich auch betörender Duft von Waffeln und Kaffee durch die Flure. Wer einen Kick brauchte, konnte ihn mit einem arabischen Kaffee im Glas, richtig echt mit dickem Satz unten drin und Schaum oben drauf, servieren lassen. Eine informative Erläuterung, wie der Kaffee gebraut wird, gab es gratis mit dazu.

 

6. Neu in Wangen: windata

Seit Kurzem ist die Firma windata in Wangen aktiv. Der Softwarespezialist für Lösungen im Bereich des elektronischen Zahlungsverkehrs ist mit 14 Mitarbeitern von Kißlegg nach Wangen umgezogen.

Schon seit einiger Zeit waren die Verantwortlichen der Firma windata auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in Wangen. Neben größeren Raumkapazitäten war vor allem die schnelle Internetverbindung eine Motivation für den Umzug nach Wangen. Und auch sonst fühlen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren neuen Räumen im zweiten Obergeschoss der Kreissparkasse bereits sehr wohl. "Früher waren wir in unserem Großraumbüro doch sehr beengt und der Lärmpegel war entsprechend hoch. Jetzt können wir die Unternehmenseinheiten und insbesondere den Telefonsupport neu gestalten", so der für Organisation und Marketing verantwortliche Geschäftsführer Stefan Balk.

Bei einem Besuch in den neuen Räumen erfuhren Oberbürgermeister Michael Lang und Wirtschaftsförderer Holger Sonntag noch viele weitere Details zur Historie der Firma. Bereits im Jahr 1993 gründeten Josef Baumann und Stefan Balk ihr Unternehmen, das heute zu den führenden Anbietern von Banking-Lösungen für Unternehmen, Freiberufler, Selbständige und privaten Anwendern zählt. Der Zwei-Mann-Betrieb beschäftigt mittlerweile 14 Mitarbeiter und die Zeichen sind weiterhin auf Expansion gesetzt.

Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie unter www.windata.de


7. Für energieeffizientes Sanieren gibt die KfW höhere Zuschüsse

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat ihre Förderbedingungen geändert. Sie bringen vor allem dem Privateigentümer Vorteile.

Die KfW hat die Zuschüsse für Einzelmaßnahmen von 7,5 auf 10 Prozent der förderfähigen Kosten angehoben. Der maximale Zuschussbetrag liegt bei 5.000 Euro pro Wohneinheit.

  • Die Investitionszuschüsse für das KfW-Effizienzhaus 70 liegt jetzt bei 20 Prozent statt bisher bei 17,5 Prozent. Der Zuschuss beläuft sich auf maximal 15.000 Euro pro Wohneinheit.
  • Auch für das Standard KfW-Effizienzhaus 55 gibt es höhere Zuschüsse bei Investitionen. Statt wie bisher 20 Prozent erstattet die KfW jetzt 25 Prozent der förderfähigen Kosten. Maximal ist ein Zuschuss von 18.750 Euro pro Wohneinheit möglich.

Info: Weitere Informationen gibt es  bei der Energieagentur Ravensburg unter der Telefonnummer  0751/76 470 70, per E-Mail an die Adresse info@energieagentur-ravensburg.de oder über die Internetseite der KfW-Förderbank: www.kfw.de.

 

8. Objekte in der Gewerberaumbörse


Büro-/Gewerberäume in Wangen mit zwei Parkplätzen

Modernes und helles Ladenlokal in der Altstadt

Praxisraum, -räume mitten in der Altstadt zur Teil- oder Untermiete

9. Arbeitslosenzahlen

Quote im Landkreis Ravensburg: 3,1 %
Arbeitslose in Wangen im Allgäu: 436 (Stand 4.2.2012)

Arbeitslose absolut in Wangen im Allgäu

Arbeitslosenzahlen 02/2013


Quelle: Agentur für Arbeit

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